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Bewusstseinserweiterung und Bewusstseinsschulung

M.A. Wiebke Meyerding

Wozu dient Bewusstseinserweiterung?

Täglich sind wir mit starken Sinneseindrücken und Herausforderungen konfrontiert, auf die unser Geist reagiert. Wie können wir mit all den Einwirkungen und den Gegebenheiten unserer Zeit umgehen, ohne dass wir uns abkehren, verschließen oder in einer Blase verschwinden? Wie bleiben wir in Verbindung mit uns selbst, mit anderen und der Welt, ohne dabei Energie zu verlieren oder uns in Negativität zu verfangen?

Die meisten Menschen wünschen sich einen Wandel und Frieden in sich selbst, genauso wie in der Gesellschaft. Wie kultivieren wir einen Wandel, der auf Präsenz, Achtsamkeit, Fairness, Nachhaltigkeit und Mitgefühl im Innen und im Außen beruht?

Veränderung kann immer nur im Bewusstsein jedes Einzelnen beginnen. Habe ich an innerer Klarheit und Bewusstheit sowie Kraft und Vertrauen gewonnen, kann ich mich der Welt zuwenden und heilsam in ihr wirken.

Wie verändere ich mein Bewusstsein?

Der erste Schritt dorthin ist, sich der eigenen destruktiven Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen bewusster zu werden. Was verhindert die innere Ruhe und Klarheit? Das funktioniert einerseits über unseren Verstand, indem wir uns reflektieren und hinterfragen.

Bleibende Veränderung geschieht aber nicht nur dadurch, dass wir etwas verstanden haben. Für eine dauerhafte Transformation des Bewusstseins ist ein Wandel im eigenen Fühlen maßgeblich. Denn Gefühle bestimmen unser Verhalten und unser Verhalten bestimmt unser Gefühl.

Es braucht folglich die Offenheit und die Bereitschaft, unseren dunklen Gefühlen wie Angst, Wut, Neid, Trauer, Schuld oder Scham zu begegnen und sie zuzulassen. Wir sind dabei dazu eingeladen, uns unsere nicht förderlichen Verhaltensweisen genauso wie unser Forderungs- und Anspruchsdenken einzugestehen und dabei aufkommende Widerstände anzunehmen.

Daraufhin können wir behutsam die Ursachen für unsere Frustration und Unruhe, unsere Sorgen und hinderlichen Neigungen erforschen und sie dann Schicht für Schicht loslassen. In diesem Heilungsprozess werden wir freier und es entwickeln sich gesundes Selbstmitgefühl und Selbstannahme. Durch sie können wir wiederum auch andere Menschen besser verstehen und sie mehr so sein lassen, wie sie sind.

Die Kombination aus rationalem Verstehen, Annahme dessen, was ist, und dem gefühlsmäßigem Erleben und Erkennen bringt den Perspektivwechsel hervor, der Bewusstseinswandel über das eigene Ego hinausgehend zulässt.

Das Bewusstsein schulen und neue Sicht- und Handlungsweisen kultivieren

Um unser Bewusstsein zu schulen, können wir sowohl Wissen und Lehren der Spiritualität als auch der Geistes- und Naturwissenschaft nutzen. Denn Spiritualität und Wissenschaft stehen in unmittelbarer Verbindung. Dabei können wir uns die Informationen zu eigen machen, die für unser persönliches Leben stimmig und anwendbar sind.

Genauso maßgeblich ist jedoch das Wissen, dass auf persönlichen tiefen Einsichten und Erfahrungen unseres Seins beruht. Diese kann jeder Mensch durch Meditation und Selbsterforschung, genauso wie durch andere für ihn passende Methoden und Techniken, erhalten und erleben.

Jedem Menschen wohnt eine Intelligenz inne, die Informationen, Wissen und Energie zur Verfügung stellt, um Schwierigkeiten, Probleme und Ängste sowie Höhen, Tiefen und Grenzen unseres Lebens anzunehmen und heilsam mit ihnen umzugehen.

Es handelt sich um unser Kernbewusstsein bzw. unser Sein. Es wird in spirituellen Lehren oft als „wahres/höheres Selbst“, „innere Stimme“, „wahre Natur“, als „Essenz“ oder als „Seele“ beschrieben. Ohne diese Intelligenz wäre unser Körper und Geist nutzlos. Denn im Kern ist es das Sein, das uns inspiriert und handelt.

Verbundenheit erfahren und bewahren

Durch das Erfahren und Erkennen der Verbundenheit mit dem Sein können wir uns Schritt für Schritt mithilfe verschiedener Formen von Meditation und unterschiedlichen Techniken der Selbsterforschung frei machen von Begrenzungen. Das sind kollektive und persönliche Prägungen, unbewusste Programmen und negative Einflüsse. Unser Selbst gewährt wahre Zufriedenheit, Freude und innere Ruhe, die unabhängig von äußeren Einflüssen ist.

Es sind unsere Sinne und unser Verstand mit seinen nach außen gerichteten Gedanken, die Ruhelosigkeit, Ängste und Sorgen verursachen.

Wenn wir uns durch verschiedene Meditationstechniken und Methoden der Selbsterforschung als auch durch wissenschaftliche Belege und fernöstliche Lehren darin schulen, immer mehr Bewusstsein des Seins zu entwickeln, können wir unsere wahre Natur in mehr und mehr Handlungen bewusst einfließen lassen.

Neue Sicht- und Handlungsweisen können dann in der Gegenwärtigkeit gewonnen und kultiviert werden. Durch Präsenz begegnen wir unserem Alltag, anderen Menschen und schwierigen Situationen mit mehr Gelassenheit und Klarheit, Offenheit und Unterscheidungsvermögen.

Gefühle von Angst und Trauer, Wut, Hilflosigkeit oder Verzweiflung bleiben Teil unseres Menschseins. Immer treten Situationen, Umstände oder Personen in unser Leben, die für uns eine Herausforderung darstellen. Wenn wir uns darin schulen in der Gegenwärtigkeit verankert zu bleiben und es uns erlauben, bewusst zu spüren und anzunehmen, was jetzt da ist, dann können wir im nächsten Schritt zu lösungsorientiertem Denken und Handeln inspiriert werden. Oder es kommt zu neuen Begegnungen und Situationen, die Lösungen bereitstellen.

Einer meiner Lehrer sagte: „Im Alltag heißt das: „Sei jetzt hier“ und wenn das schwierig ist: „Sei wo du jetzt bist und erforsche es!“ – Dipl. Psych. Eckhart Wunderle (Institut für Spirituelle Psychologie)

Jeder ist Teil eines Ganzen und trägt Verantwortung

Durch Meditation werden wir spürbewusster und klarer, auch kann sich mehr und mehr Heilung auf körperlich-geistig-seelischer Ebene durch eine regelmäßige Bewusstseinspraxis einstellen. Die meisten Menschen beginnen mit Meditation, damit es ihnen besser geht.

Durch Meditation nehmen wir die eigene Umwelt und unsere Mitmenschen bewusster wahr. Wir erleben eine erhöhte Sensitivität und können tiefe Einsichten erhalten. Werden wir in diesem Prozess nicht professionell geschult und begleitet, kann dies zu einem Missverständnis über Meditation und spirituelle Praxis führen.

Die Journalistin Gabriele Heise formulierte in ihrem Artikel „Gabriele, geh auf deine Matte!“ in der Zeitschrift „Psychologie heute“ das Missverständnis über Yoga, das auch in Bezug auf die Meditationspraxis passend ist:

„Die Welt um uns herum wird populistischer, hasserfüllter, bedrohter. Und was machen wir? Yoga! […]
Wie verarbeiten wir, die wir uns für sensible Zeitgenoss*innen halten, diese Zuspitzungen, ohne bloß in die diversen Innenräume zu flüchten, die inzwischen zur spirituellen Selbstoptimierung gehören?

Wenn ich Gespräche mit Yoginis suche, löse ich meistens Schweigen aus und verlegenes Stammeln. „Ich weiß auch nicht …“, „Ich lese gar keine Zeitungen mehr …“, „Ich gucke keine Nachrichten …“ – diese Antworten sind häufig. Es scheint, als ob es im spirituellen Milieu tatsächlich eine Parallelwelt gibt, die sich gegen die politische Sphäre abzuschotten versucht.

Die abfälligen Erwiderungen eines Yogafreundes, als ich von einem Artikel in der Süddeutschen erzählte, zogen mir die Schuhe aus: „Ach Zeitungen – da steht doch überall das Gleiche drin!“ Und das sagt er mir, die ich als Journalistin aus meiner Zeit bei einer Rundfunkanstalt weiß, wie sehr in den Konferenzen gestritten wird, damit Themen sachgerecht präsentiert werden!

Das polemische Gerede […] scheint tief eingedrungen zu sein in das Denken einiger Eingeweihter. Der praktische Nutzen ist offenkundig: Man gewinnt eine bequeme Rechtfertigung dafür, die Mühen kritischer Meinungsbildung aufzugeben.“

Meditation dient nicht dem Selbstzweck und spirituelle Erfahrungen allein sind nicht ausreichend. Sondern es geht darum, dass die Welt als Ganzes Stufe für Stufe wieder in Balance kommt, damit letztlich alle einen Aufschwung erfahren. Dazu braucht es einen Wandel, für den jeder Mensch Verantwortung trägt und zu dem jeder seinen Beitrag auch im kleinsten Rahmen individuell leisten kann. Das bedeutet auch, sich dem Schmerz und dem Dunklen in sich selbst und der Welt zuzuwenden.

Wie der eigene Beitrag dazu aussieht, zeigt sich unter der Führung der inneren Stimme, nicht durch die persönlichen Erwartungen oder Forderungen anderer. Für eine kontinuierliche Bewusstseinsentwicklung braucht es eine fortlaufende Bewusstseinspraxis, die das Ego (auch das spirituelle Ego) Schicht um Schicht transformiert. Dies ist für jeden Menschen ein lebenslanger Prozess, der spiralförmig verläuft und in dem jeder mit seiner individuellen Wahrnehmung immer tiefere und feinere Schichten des Bewusstseins durchdringen kann.

Als Gemeinschaft im Großen genauso wie im Kleinen – zum Beispiel in der Lehrer-Schüler-Beziehung, der Familie oder einer Freundschaft – können wir uns in diesem Prozess gegenseitig inspirieren und unterstützen.

„Veränderung wird nur hervorgerufen durch aktives Handeln, nicht durch Meditation oder Beten allein.“ – Dalai Lama

Bewusstseinsarbeit vereint verschiedenste Darstellungen, Methoden, Übungen und Praktiken. Die von mir angebotene Art der Bewusstseinsarbeit begleitet Sie mithilfe von: